6.Dezember Nikolaustag

 

 

 

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Der heilige Nikolaus gilt wie der heilige Martin als apostelgleich. Ebenso wie der heilige Martin ist Nikolaus einer der ersten Nichtmärtyrer, die als heilig gelten. Aber anders als Sankt Martin wurde und wird der heilige Nikolaus sowohl in der lateinischen als auch in der griechischen Kirche hochverehrt. Während Nikolaus im Westen durch die kritische Wissenschaft an pastoral-theologischer Brisanz verloren hat, ist sein volkstümlicher Stellenwert eher gestiegen, hat er Ableger bis in die säkularen und profanen Bereiche gebildet. Im Osten dagegen hat sich die kirchliche Bedeutung des Heiligen ungebrochen bis heute bewahrt.

Auslöser dieses Kultes und Brauchtums ist die Figur jenes heiligen Nikolaus, der seit dem 6. Jahrhundert in Legenden auftaucht. Aufgrund kritischer Textanalysen wissen wir heute, daß diese legendäre Figur fiktiv ist; der legendäre Nikolaus ist eine Kompilation aus zwei historischen Personen: dem Bischof Nikolaus von Myra im kleinasiatischen Lykien, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat, und dem gleichnamigen Abt von Sion, der Bischof von Pinora war, und am 10. Dezember 564 in Lykien starb.

Türkei / Myra: Nikolauskirche,
restauriert 1862.

Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich die ab dem 6. Jahrhundert in Legenden fassbare fiktive Figur des wundertätigen übermächtigen Bischofs von Myra.

Alle Datierungsversuche und Datumsangaben im Zusammenhang mit Nikolaus von Myra sind reine Spekulation. Seine Geburt im kleinasiatischen Patras, die an verschiedenen Stellen behauptete Teilnahme am Konzil von Nicäa 325, wo Nikolaus die Irrlehre des Arius bekämpft haben soll, sind ebenso wenig zu belegen wie die Terminierung seines Todes auf das Jahr 343.

 

 

UPS schön zerstreut der gute Mann,oder?

 

       

 

 

Knecht Ruprecht

 

Von drauß vom Walde komm' ich her;
           Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

 

Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;


Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,


Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:


"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!


Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,


Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens ruhn;


Und morgen flieg' ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"


Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;


Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat." -


"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"

Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier;


Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern." -


"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;


Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."


Christkindlein sprach: "So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"


Von drauß vom Walde komm' ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!


Nun sprecht, wie ich's hierinnen find'!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

  

Theodor Storm (1817-1888)